Mittwoch, 20. Januar 2016

"Sturm über Rosefield Hall" von Julie Leuze

"Sturm über Rosefield Hall"
Julie Leuze
Historischer Roman, Liebe, Familie
346 Seiten mit Anhang
9,99 Euro als Taschenbuch
auch als Ebook erhältlich


Inhalt:

Die 18 jährige Ruby Compton lebt gemeinsam mit ihren Eltern, ihrem Bruder und vielen Angestellten auf Rosefield Hall in der Grafschaft Devon. 
Wir schreiben das Jahr 1913 und Ruby wächst typisch für die damaligen Verhältnisse sehr behütet und konservativ auf.
Auch wenn zu jener Zeit die Gesellschaft im Umbruch war, wollten ihre Eltern davon nichts wissen. Männer sind das starke Geschlecht und die Frauen haben sich diesen zu fügen.
Doch nicht mit Ruby. Sie wusste schon längst, dass sie anders ist. Eher wie ihr anderer Bruder, der in Afrika die Erdnussplantage der Familie leitet.
Als Ruby den geheimnisvollen und attraktiven Mr. Brown trifft, fühlt sie sich direkt zu diesem hingezogen. Denn er akzeptiert sie, wie sie wirklich ist und sie muss sich nicht verstellen. 
Doch Rubys Eltern sind gegen diese Verbindung und verbieten ihrer Tochter den Umgang mit ihm. Und auch Mr. Brown selbst scheint Geheimnisse zu haben, die einer Beziehung im Weg stehen.

Persönliche Meinung:

Mir war mal wieder nach einer schönen und romantischen Geschichte, wenn möglich natürlich auch noch historisch. Da kam mir dieses Buch gerade recht und voller Vorfreude fing ich an zu lesen.
Da ich von der Autorin noch kein Buch gelesen habe, wusste ich nicht was mich erwartet und ich war um so glücklicher, dass mir der Schreibstil gleich von Beginn an gefallen hat.
Julie Leuze schreibt locker und leicht aber dennoch mit viel Emotion und Tiefgang und entführt uns damit in ein adliges aber schwieriges Leben einer 18 jährigen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Geschichte hat alles, was ich erwartet habe. Sie ist spannend, interessant und voll mit historischen Fakten gewürzt mit einer großen Portion Liebe, Familie und Freundschaft. Also so richtig was fürs Herz und den Verstand.

Unsere Protagonistin Ruby war mir durchweg sehr sympathisch. Sie ist eine kleine Rebellin und teilt die Ansichten der damaligen Gesellschaft nicht. Sie ist enttäuscht und teilweise sogar angewidert von der Einstellung ihres Vaters und ihres ältesten Bruders Basil. Auch ihre Mutter lässt sich alles gefallen und fügt sich einfach ihrer Rolle. Lediglich ihr anderer Bruder Edward sieht die Welt offener und toleranter und deswegen hat sie zu ihm natürlich eine besonders starke Bindung.
Auch ich mochte Edward sehr gern. Er ist ein toller Mann, der auf sein Herz hört und sich für das richtige einsetzt.

Als Ruby auf  Mr. Brown trifft wird schnell klar, dass sich zwischen den beiden eine Romanze entwickeln wird. Nur leider war das damals ja alles gar nicht so einfach wie heute und gerade die adligen Frauen mussten sich oft vorschreiben lassen wen sie heiraten.
Ich persönlich habe aber von Anfang an gehofft, dass Ruby und er zueinander finden.

Ebenfalls ein wichtiger Charakter ist Rubys Hausmädchen Florence. Denn die beiden Mädchen verbindet eine tiefe Freundschaft wegen der Florence es mit den anderen Angestellten nicht einfach hat. Damals wurde es verpönt wenn die Herrschaften ein freundschaftliches Verhältnis zu den Bediensteten pflegten und anders herum war es genau so.

Alles in allem mochte ich die meisten Charaktere sehr gern. Ein Dorn im Auge waren mir natürlich Rubys Vater und Basil. Da habe ich schon relativ häufig die Augen verdreht.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Denn mal abgesehen von der Liebesgeschichte bekommt man hier noch einen tollen Einblick in die damalige politische Situation und auch einige der Nebencharaktere bringen noch ihre eigenen Geschichten mit, die eine tolle und spannende Abwechslung sind.

Das Flair erinnerte mich durchweg auch immer ein wenig an Downton Abbey.


Autorin:

Nachdem Julie Leuze Politikwissenschaften und Neuere Geschichte an der Universität Konstanz und der Eberhard Karls Universität Tübingen studierte, begann sie als Journalistin zu arbeiten. Mit der Kurzgeschichtensammlung Schwäbische Geisterstundedebütierte sie 2009 als Schriftstellerin, bevor sie ein Jahr später mit Gsälz auf unserer Haut ihr Romandebüt gab. Ihr größter Erfolg war bisher der 2013 erschienene Liebesroman Der Geschmack von Sommerregen, für den sie 2014 mit dem DeLiA Literaturpreisausgezeichnet wurde.
Mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern lebt sie heute in Stuttgart.


Fazit und Bewertung:

Ein toller historischer Roman der sich einfach liest und sehr unterhaltsam ist.
Durch die vielen verschiedenen Geschichten der Nebencharaktere ist das Buch besonders spannend und ein pures Lesevergnügen.
Vor allem auch zu empfehlen für Einsteiger des Genres.

Ich vergebe


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