Montag, 22. Februar 2016

"Sag, dass du mich liebst" von Joy Fielding

"Sag, dass du mich liebst"Joy Fielding
übersetzt von Kristian LutzePsychothriller/ RomanGoldmann Verlag448 Seiten als Klappbroschur9,99 Euro als Taschenbuchin weiteren Ausgaben erhältlich
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Inhalt:

Bisher war sie immer die Jägerin. Nun weiß sie, wie es ist, das Opfer zu sein.

Als erfolgreiche Privatermittlerin in Miami ist es Bailey Carpenter gewohnt, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Das ändert sich schlagartig, als sie eines Nachts von einem Unbekannten brutal überfallen wird. Von nun an quälen Bailey Panikattacken und Albträume, sie ist besessen von dem Gedanken, verfolgt zu werden. Und dann bemerkt sie, dass ein Nachbar im Hochhaus gegenüber sie beobachtet. Bailey ist außer sich vor Angst, denn er scheint ein makabres Spiel mit ihr zu treiben. Doch niemand will ihr glauben – selbst dann nicht, als der Mann in seiner Wohnung einen kaltblütigen Mord begeht ...

Autorin:

Joy Fielding gehört zu den unumstrittenen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller „Lauf, Jane, lauf“ waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.

(Quelle zu Bild, Inhalt und Autorin: Goldmann Verlag )
Persönliche Meinung:

Zu Beginn der Geschichte lernen wir unsere Protagonistin Bailey Carpenter kennen, bzw. ihren Beruf. Sie ist nämlich Privatermittlerin und arbeitet für eine große Anwaltskanzlei.
Als sie dann eines abends von einem Gebüsch aus eine Wohnung beschattet, wird sie überfallen und vergewaltigt. Baileys Leben scheint von dem Moment an vorbei zu sein. Sie verkriecht sich, hat nur noch Panik und verdächtigt jeden um sie herum, was ihr ein "normales Leben" schlicht unmöglich macht und sie weiß auch nicht, wie das jemals wieder werden soll.

Ich persönlich kann Baileys Reaktionen sehr gut verstehen. Ich denke eigentlich, dass jeder Mensch das in gewisser Weise kann. Eine Vergewaltigung zu verarbeiten, viele Frauen (oder auch Männer, denn hier gibt es ja eine sehr hohe Dunkelziffer)  brauchen dafür Jahre oder auch ihr Leben lang und ich möchte mir gar nicht genau ausmalen, wie kaputt man daran gehen kann und was es mit einem anstellt.

Natürlich kann nur jemand, dem das selbst passiert ist den Schmerz und Baileys Gefühle nachempfinden. Aber ich denke, dass die Autorin das ganze hier ziemlich gut umgesetzt hat und viel Gefühl herein gebracht hat. Man kann Baileys Schmerz förmlich anfassen.

Neben der Vergewaltigung spielen noch viele andere Dinge aus Baileys Leben in dieser Geschichte eine große Rolle. Da wäre der Tod ihrer Eltern, ein Erbstreit, ihr Exfreund und und und. Und Joy Fielding hat es geschafft all diese Ereignisse hier sehr gut zu verknüpfen und in die tragische Geschichte mit einfließen zu lassen, so dass es eben nicht nur um die Vergewaltigung geht.

Die Charaktere finde ich alle sehr gelungen. Bailey war mir von Anfang an sympathisch. Genau wie ihr Bruder Heath, der alles andere als einfach ist aber seine Schwester über alles liebt und nur das Beste für sie will.
Ebenfalls tauchen auch noch Halbgeschwister von Bailey auf. Der harte und erfolgreiche Gene und die quirlige Claire mitsamt ihrer Tochter Jade, die ich übrigens besonders mochte.
Es gibt noch weitere Charaktere, auf die ich aber jetzt nicht genau eingehen möchte um nicht zu viel vorneweg zu nehmen.

Die Geschichte an sich hält über das gesamte Buch einen gewissen Spannungsgrad, auch wenn nicht so extrem viel passiert. Der Überfall findet ja ziemlich am Anfang statt und danach geht es eigentlich nur noch mit den Familienmitgliedern, Baileys Versuchen es zu verarbeiten und ihren ganzen Verdächtigungen weiter. Teilweise schon recht ruhig möchte man aber immer weiter lesen und zu den Charakteren zurück kehren. Und man möchte ja auch wissen, wie es denn nun endet. Hat man den Täter vielleicht im Laufe der Geschichte schon verdächtigt?
Zum Ende hin ging mir die "Auflösung" dann schon fast zu rasant und ich war etwas baff, dass es plötzlich vorbei war und so Schlag auf Schlag ging. Und vor allem WAS da noch kam hat mich auch ein wenig sprachlos gemacht. Denn damit hatte ich nicht gerechnet.

Fazit und Bewertung:

"Sag, dass du mich liebst" hat mir sehr gut gefallen. Für mich eine ganz andere Art von Psychothriller, da die Geschichte recht ruhig ist. Dennoch hat es mir nicht an Spannung gemangelt und ich habe die Geschichte mit ihren tollen Charakteren sehr gern gelesen.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen, vor allem wenn ihr nicht so der Fan von blutigen Morden etc. seid.








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