Dienstag, 8. März 2016

"Little Dog und ich" von Ann Garvin


"Little Dog und ich"

Ann Garvin
übersetzt von Jutta Swietlinski
Roman, Schicksal, Liebe
352 Seiten
9,99 Euro als Taschenbuch
ebenfalls erhältlich als Ebook


Autorin:

Ann Garvin arbeitete als Krankenpflegerin, während sie ihre Doktorarbeit in Psychologie schrieb. Heute ist sie Professorin für Gesundheit und Ernährung an der Universität von Wisconsin und gibt Kurse für kreatives Schreiben. »Little Dog und ich« ist ihr erster Roman im Diana Verlag.

Inhalt:

Zugelaufen und nie mehr losgelassen.
Dr. Lucy Peterman ist eine geachtete Chirurgin, die ihre Patienten mit Mitgefühl und Leidenschaft durch schwerste Krankheiten begleitet. Doch das war vor dem Unfall. Bevor ihr Ehemann und ihr ungeborenes Kind von ihr gerissen wurden. In einem Teufelskreis aus Trauer und Wut gefangen, zieht Lucy sich immer weiter zurück. Bis ihr eine fremde Hündin im Park zuläuft. An Little Dogs Seite beginnt Lucy, sich ihren Ängsten zu stellen, öffnet zaghaft ihr Herz für neue Beziehungen – und vielleicht sogar für die Liebe …

(© Bild, Autoreninfo und Inhalt Diana Verlag )

Persönliche Meinung:

Ein süßer Hund, der dafür sorgt, dass es Frauchen wieder besser geht? DAS musste ich lesen! Dann noch dieses tolle Cover dazu und es war erst recht um mich geschehen. Und so war ich voller Erwartung auf eine niedliche, tierische aber auch irgendwo tragische Geschichte.
Und eben diese Erwartungen wurden hier leider nur teilweise erfüllt. Die Hündin Little Dog hatte hier für mich einen viel viel viel zu kleinen Part und wurde kaum mit in die Geschichte einbezogen. Schade!

Die erste Zeit geht es nur um Lucy. Lucy hat, wie im Inhalt ja schon erwähnt wird, ihren geliebten Mann und ihr ungeborenes Kind bei einem tragischen Autounfall verloren. Und seitdem ist für sie natürlich nichts mehr wie es war. Sie hat keine Freude mehr am leben und lenkt sich mit der Arbeit ab. Doch nicht nur mit der Arbeit. Sie hat noch ein ganze anderes Problem und muss sich deswegen (und natürlich zur Trauerbewältigung, aber das hängt alles zusammen) in eine Therapie begeben.
Soweit so gut. Doch dann geht es wirklich in erster Linie nur um diese Therapie. Untermalt wird die Geschichte hier mit Lucys Bruder und dessen Mann und ein paar anderen Männern, die plötzlich in Lucys Leben auftauchen oder auch wieder auftauchen. Ich habe sehnlichst auf Little Dog gewartet. Wann kommt endlich der Hund ins Spiel?
Und als es dann soweit ist, ist das ganze so lieblos und unspektakulär, dass ich mich nicht freuen konnte.
Und wer jetzt meint, der Hund bekommt seinen großen Auftritt in der Geschichte...nein. Leider nicht. Und das finde ich wirklich schade. 

Der Schreibstil der Autorin ist klasse. Sie schreibt tiefsinnig aber locker und man kann es trotz diesen Emotionalen Seiten wirklich gut lesen.
 Und an sich ist das auch wirklich eine schöne und bewegende Geschichte. Ich bin aber der Meinung, dass hier durch Titel, Cover und Inhaltsangabe irgendwie falsche Erwartungen entstehen können. 
Ich kann mir vorstellen, dass wenn man weniger Hund erwartet, die Geschichte noch schöner rüber kommt.

Mal abgesehen von diesem Aspekt hat mir das Buch aber sehr gut gefallen. Lucy mochte ich einfach nur gern. Sie tat mir so unendlich leid und ich habe teilweise Tränen in den Augen gehabt, wenn sie ihre Gefühle offenbart hat. Sowas geht mir wirklich immer sehr nahe und man will sich gar nicht ausmalen, was ein Mensch durch macht, dem sowas schlimmes passiert.

Was ich auch gut finde ist die Tatsache, dass die Autorin hier aufzeigt, dass es immer irgendwann wieder Berg auf geht. Natürlich leidet man. Unter Umständen auch sehr lange oder auch bis ans Ende des Lebens. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man sich wieder öffnen kann. Wieder einlassen kann. Und wo man etwas von seiner Lebensfreude zurück gewinnt. Und man muss sich auch nicht schlecht fühlen deswegen.
Und ich habe hier wirklich so sehr mit Lucy auf diesen Moment mit hingefiebert.

Ob sie die Kurve letztendlich bekommt und ob sie ihre Probleme überwinden kann, müsst ihr natürlich selbst heraus finden :-)

Fazit und Bewertung:

"Little Dog und ich" ist eine wirklich tiefgründige und emotionale Geschichte. Und auch sehr real. Denn sowas kann, leider Gottes, jedem von uns passieren. Vor schweren Schicksalsschlägen ist leider niemand von uns geschützt. 
Der Schreibstil der Autorin ist klasse und mitreißend. Sie schreibt so, dass man den Schmerz und die Trauer unsere Protagonistin förmlich spüren kann.
Für mich allerdings ein kleiner Dämpfer, dass das Thema Hund nur so am Rande passierte. Ich hätte mir mehr Little Dog gewünscht. Natürlich trägt sich zum Verlauf und zum Ende von Lucys Geschichte irgendwie bei. Aber mir persönlich, als liebende Hundemama, einfach zu wenig.

Ich vergebe:






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