Dienstag, 2. Mai 2017

"Ich, Eleanor Oliphant" von Gail Honeyman






"Ich, Eleanor Oliphant"
Gail Honeyman
übersetzt von Alexandra Kranefeld
Roman (Frauen, Schicksal)
empfohlen ab 16 Jahren
528 Seiten
20 Euro als Hardcover
auch erhältlich als Ebook und Hörbuch


Inhalt:

In diesem Buch geht es, wie der Titel schon erahnen lässt, um Eleanor Oliphant.
Eleanor ist 30 Jahre alt, Single und arbeitet in einem Bürojob. Das klingt ja alles noch ganz normal, doch Eleanor ist alles anderes als ein Mensch den man als "normal" bezeichnen würde.
Denn Eleanor ist sehr speziell.
Gestraft mit Narben aus ihrer Vergangenheit versucht sie irgendwie klar zu kommen mit ihrem Leben. Dabei ist sie meist allein. Oder in Gesellschaft von Freund Vodka.
Doch dann verliebt sie sich und plötzlich möchte sie sich und ihr Leben verändern. Dabei entdeckt sie nicht nur viele neue Dinge die die Welt bewegen. Nein, auch an sich selbst lernt sie neue Seiten kennen.


Persönliche Meinung:

Schon der Klappentext dieses Buches verspricht eine Geschichte, die man nicht mal eben locker flockig weg liest. Eine Geschichte mit Tiefgang und die zum nachdenken anregt.
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und war schon auf den ersten Seiten absolut positiv überrascht.
Denn obwohl das Thema des Buches doch etwas ernsteres ist, lässt es sich sehr gut lesen. Teilweise brachte mich die Geschichte sogar zum schmunzeln, denn Eleanor ist einfach eine Marke für sich.

Eleanor ist eine Frau, die in ihrer Kindheit und auch Jugend viel schlechtes erlebt hat. Natürlich schlägt sich sowas meistens auf die Psyche aus und so ist Eleanor ein sehr zurück gezogener Mensch. Sie verkriecht sich in ihrer Arbeit oder zu Hause. Hat keine Freunde und auch eigentlich keine großen Hobbys denen sie nachgeht.
Lediglich mit "Mummy" telefoniert sie einmal in der Woche. Doch diese Gespräche sind eher Belastung als Freude.
Dadurch, dass sie so zurückgezogen lebt, entgeht ihr natürlich vieles, was so los ist. Was angesagt ist, neue Technik usw.
Und nicht nur das, auch in Sachen sozialer Umgang ist Eleanor eher...ja...sagen wir mal ungeübt. So traurig das auch ist, waren es gerade diese Passagen im Buch, die mir ein kleines Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Denn ich finde sie deswegen einfach absolut liebenswert.

Als Eleanor sich verliebt und beschließt sich und ihr Leben zu ändern, ist es wirklich schön diese Entwicklung zu erleben. Man hofft einfach für sie, dass sie wieder lernt, das Leben zu genießen und positiver zu denken und vielleicht auch Schritt für Schritt die Vergangenheit los zu lassen und nach vorn zu schauen.
Es macht wirklich Freude, Eleanor auf dieser Reise zu sich selbst zu begleiten.
Und natürlich wird man neugierig darauf, was Eleanor denn wirklich früher alles passiert ist. 

Ein ebenfalls wichtiger Charakter in diesem Buch ist Eleanors Arbeitskollege Raymond. Raymond ist ein etwas trotteliger aber absolut liebenswerter Typ, der durch einen Zufall näher an sie heran kommt. 
Ich finde Raymond absolut klasse. Er scheint optisch nicht der Traumtyp aller Frauen zu sein, aber der Charakter ist meiner Meinung nach wirklich toll und das zählt doch.

Ein paar kleine Überraschungen hält das Buch dann auch noch für den Leser bereit.
Nicht nur am Ende, auch die auf dem Klappentext beschriebene Liebe kamen für mich dann etwas anders als ich erwartet habe. Und ich muss gestehen, dass mir die Abschnitte in denen es um eben diese Verliebtheit ging nicht ganz so gut gefallen haben. Aber natürlich gehören sie zur Geschichte dazu und tragen einen großen Beitrag zu Eleanors Veränderung bei.

Eine eher ruhigere Geschichte, die für mich jedoch an keiner Stelle langweilig oder langatmig war.

Fazit und Bewertung:

Für mich ist "Ich, Eleanor Oliphant" ein wirklich gelungenes Buch. Ich mochte die Protagonistin sehr gern und konnte auch eine Bindung zu ihr aufbauen. Ich habe so oft mit ihr gehofft und gebangt.
Die Geschichte hat mich an vielen Stellen emotional sehr berührt und dennoch auch oft genug zum schmunzeln gebracht.
Ein ernst zu nehmendes Thema und dennoch einfach auch irgendwie schön zu erleben.

Mich hat das Buch zum nachdenken gebracht und man hinterfragt die eigene Sicht auf gewissen Dinge auch noch einmal.
Und auch, wenn dies "nur" eine Geschichte ist...es gibt sie wirklich, diese Menschen. Menschen die wir vielleicht im Alltag schnell mal abstempeln oder verurteilen. Aber wir wissen gar nicht, welchen Weg sie in ihrem Leben schon gehen mussten. Und ob sie nicht vielleicht einfach eine Hand brauchen, die ihnen einen Schubs in die richtige Richtung weist.

Ich vergebe 4 Pfötchen =)




Kommentare:

  1. Hallo Anika

    Mich konnte das Buch auch begeistern. Eleanor fand ich total schrullig; aber gut. Alleine bei ihrer Aussprache musste ich oft lachen. Das Ende hat mich sehr überrascht. Die Telefonate mit ihrer Mutter.

    Eine schöne Besprechung von dir. Ich verlinke deine Rezi bei meiner.

    Ganz liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Hey und danke für den lieben Kommentar :-)
      Ja, wirklich schrullig, aber so liebenswert. Man konnte wirklich oft schmunzeln über sie. Eine tolle Persönlichkeit trotz all der "Macken".
      Am Ende war ich auch baff. Der Gedanke (Die Telefonate) kam mir wirklich so gar nicht. Nicht einmal kurz. Fand ich sehr gut gemacht von der Autorin.

      Vielen Dank für die Verlinkung und einen schönen Sonntag :-)

      Liebe Grüße,
      Anika

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