Freitag, 2. Juni 2017

"Die Kleidermacherin" von Núria Pradas




"Die Kleidermacherin"
 Núria Pradas
übersetzt von Sonja Hagemann
400 Seiten
Historischer Roman
10 Euro als Klappenbroschur
ebenfalls erhältlich als Ebook



Inhalt:

Barcelona, 1917.
 Die hübsche Laia tritt eine Anstellung als Verkäuferin im Textilgeschäft Santa Eulalia an, in dem ihre Mutter als Näherin arbeitet. Laia ist von den luxuriösen Stoffen und schönen Kleidern fasziniert – und von der eleganten Roser. Diese will aus dem traditionsreichen Unternehmen ihrer Familie das erste moderne Modehaus Spaniens machen. Allen sozialen Gegensätzen zum Trotz freundet Laia sich mit der privilegierten Roser an. Doch dann tritt der charismatische Ferrán in ihr Leben – eine Begegnung, die das Leben beider Frauen für immer verändert …

(Quelle: Penguin Verlag)

Cover:

Das Cover des Buches gefällt mir persönlich wirklich gut. Es ist sehr stilvoll und hat mich sofort angesprochen. Zur Thematik des Modehauses passt es perfekt und auch erkennt man, dass das Buch in einer eher warmen Gegend spielt.
Auch die Schrift kommt sehr edel daher und passt absolut zum Rest der Gestaltung.
Für mich war das Cover mit ein Grund, mir das Buch näher an zu sehen.

Persönliche Meinung:

Ein historischer Roman, der in Spanien spielt. DAS ist doch mal etwas anderes. So ungefähr war mein erster Gedanke, als ich den ersten Satz der Inhaltsangabe durchgelesen habe. 
Als diese mich dann komplett ansprach war klar, dass ich diese Geschichte gern lesen würde.

Als erstes fiel mir auf, dass die Namen und viele Ausdrücke so ganz anders sind, als ich bisher gewohnt war. Logisch. Spanische Namen begegnen einem ja nun nicht in jedem Buch. Meist sind das eher englische Namen oder auch deutsche.
 Zu Anfang habe ich mich damit etwas schwer getan. Aber wenn man sich dran gewöhnt hat, ist alles gut.

Auch der Schreibstil gefällt mir gut. Das Buch lässt sich flüssig lesen und man hängt nirgends fest. 
Ein wenig Probleme hatte ich am Anfang mit den Zeitsprüngen. Die sind aber nicht dramatisch. Irgendwo relativ am Anfang war ich kurze Zeit verwirrt. Aber wenn man weiter liest erklärt sich das ganze von selbst.

Protagonistin dieses Buches ist Laila, die im Textilgeschäft Santa Eulalia in Barcelona arbeitet. Dieses gibt es übrigens wirklich, was ich ganz besonders fand. Es wurde 1843 gegründet.
Aber zurück zu Laia. Laia wird in eher ärmlichen Verhältnissen groß und arbeitet; wie ihre Mutter auch, bei Santa Eulalia um über die Runden zu kommen. Dort begegnet sie Roser, deren Bruder das Geschäft führt. Die beiden jungen Frauen werden Freundinnen, trotz dem sie aus verschiedenen Schichten kommen. Das hat mir gut gefallen und ich mag beide Frauen sehr gern. Roser wirkte auf mich das Buch über sehr faszinierend und ich hatte genaue Vorstellungen davon, wie sie aussieht. Eine schöne, edle, zurückhaltende Frau.
Als Ferrán in das Leben der beiden tritt, ändert sich einiges. Und natürlich möchte ich nicht spoilern, aber ich glaube, jeder kann sich hier denken, dass dies der Freundschaft nicht gerade gut tut. 

Auch Laia hat mir als Charakter gut gefallen. Meistens. Es gibt da aber so eine Sache, die mir sehr sehr seeeehr negativ aufgestoßen ist. Leider kann ich das hier nicht verraten :-( Aber, meine positive Meinung zu Laia wurde dadurch leider getrübt.

Sämtliche Nebencharaktere haben mir, bis auf Ferrán, alle gut gefallen. Ferrán war mir leider von Beginn an eher unsympathisch. Hat man ja mal. 

Leider kam in der Geschichte für mich der erhoffte Flair nicht rüber. Ich hätte mir mehr Atmosphäre gewünscht. Vom Geschäft, den Kleidern, den Stoffen und auch von Barcelona selbst. Für mich war das leider etwas wenig. Schade!

Neben der Liebe, der Freundschaft, der Familie, den Intrigen und natürlich der Mode darf es hier natürlich nicht an Politik bzw. Geschichte an sich fehlen. Und da muss ich mich leider outen...ich hatte nicht die geringste Ahnung von einem Bürgerkrieg in Spanien in den 1930er Jahren. Wirklich. Absolut keine. Null. Nada. Niente. Meine Überraschung war daher sehr groß und es musste erst einmal Wikipedia zu Rate gezogen werden xD Also Lerneffekt: Top! (Das ich Geschichte als Abiturfach hatte macht die Sache irgendwie auch nicht weniger peinlich xD).

Fazit und Bewertung:

"Die Kleidermacherin" ist alles in allem ein schöner historischer Roman. Lässt sich gut lesen und ist an vielen Stellen interessant. Leider fehlte mir persönlich das "gewisse Etwas" und der Funke konnte nicht zu 100% überspringen.
Ich hätte mir einfach mehr Flair gewünscht. An manchen Stellen etwas weniger durcheinander und einfach viel mehr Mode. Klar. Mode gibt es schon. Aber ich hatte etwas anderes erwartet. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen. Gerade jetzt für die heißen Tage ist es eine gute Geschichte.

Ich vergebe 3 Pfötchen =)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen